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Der Patient, der behandelnde Arzt und die Therapie – kann der Patient wählen?

Diese Frage kann mit JA beantwortet werden – jedoch sind einige Anmerkungen dazu zu machen

Die Patienten haben das Recht den Arzt und die Behandlung zu wählen und auch ein Einsichtsrecht in seine medizinischen Dokumentationen.

Im Einzelnen sieht das folgendermaßen aus:

Ein Patient hat das Recht auf eine freie Arzt- und Krankenhauswahl. Allerdings verbleiben ihm unter Umständen Kosten, die er selber tragen muß, dann nämlich wenn er in ein anderes Krankenhasu als das nächstgelegene, geeignete Krankenhaus geht. Die Arztwahl ist nur unter den Ärzten frei, die eine Kassenzulassung haben. Ansonsten wird der Patient zum Selbstzahler. Im ambulanten Bereich hat er damit auch das Recht, den Arzt zu wechseln. In einem Notfall hat der Patient das Recht auf die sofortige Behandlung. Er kann aber auch zwischen Behandlung oder Nichtbehandlung entscheiden. Er kann, sollten mehrere Behandlungsmethoden anwendbar sein, sich die medizinische Behandlung auswählen, die ihm am meisten zusagt. Wählt er allerinfs eine Methode, die die Kasse nicht bezahlt, bleibt er auf den Kosten sitzen. Auch unter den zugelassenen Behandlern kann der Patient wählen. Er kann neue Behandlungsmethoden, sofern diese anerkannt sind, für sich beanspruchen. Dasselbe gilt für alternative Behandlungsmethoden. Leider ist festzustellen, dass meistens neue Behandlungsmethoden schon nicht mehr neu sin, wenn sie dann endlich von den Krankenkassen anerkannt werden.

Weiter hat der Patient das Recht auf qualifizierte Pflege und Betreuung während einer Behandlung. Er kann in einer Krankenanstalt das Recht auf angemessene und sichere Unterkunft und Versorgung geltend machen und hat das Recht, Besuche abzulehnen oder zu empfangen.

Ein Patient kann niemals zu einer Behandlung gezwungen werden.

 

Das sind die Rechte einmal kurz zusammengefasst. Jeder, der schon einmal krank war, kann all das bestätigen.

Die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung haben Anspruch auf die Versorgung bei Krankheit und Schwangerschaft.

Die Behandlungen müssen zweckmäßig, notwendig und wirtschaftlich sein, alles darüber hinaus erfordert eine Zusatzversicherung oder den Griff in die eigene Tasche.

Doch bevor ein Patient Leistungen in Anspruch nimmt, die über die gesetzliche Krankenversicherung hinausgehen, muss der Arzt dem Patienten das auch mitteilen. Das ist ein weiteres Recht des Patienten, die freie Entscheidung, nicht gesetzlich gedeckte Behandlungen in Anspruch zu nehmen oder eben nicht. Das mag sarkastisch klingen, ist es ob der relativ vielen Leistungen, die für den Patienten eine gute Heilungschance geben würden, und die aber nicht von den Krankenkassen bezahlt werden, auch.

Die Behandlung oder Therapie im Detail

Ein Patient hat ein Recht auf eine sichere, qualifizierte und sorgfältige Behandlung. Diese muss wissenschaftlich gesichert sein und in der Ärzteschaft akzeptiert werden. Die Wirksamkeit einer Behandlung ist zu optimieren, die Risiken zu minimieren. Der Patient muss über die Wirkung einer Behandlung ausreichend informiert werden. Sollten in einer Praxis oder in einem Krankenhaus die erforderlichen personellen, organisatorischen und auch sachlichen Voraussetzungen für ein Behandlung nicht mehr ausreichend gegeben, so muss der Patient an einen anderen Arzt oder ein anderes Krankenhaus überwiesen werden. Vielleicht noch ein erwähnenswerter Punkt: Arzneien oder Medizinprodukte, die zur Behandlung eingesetzt werden, müssen den gesetzlichen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen entsprechen. Die Hersteller und zum Teil auch die Ärzte und Krankenhäuser tragen dafür die Verantwortung.

Die Dokumentation der Behandlung

Es muss für jede Behandlung zur Information eine medizinische Dokumentation über den Verlauf angelegt werden. Darin werden alle Verlaufsdaten sowie die wichtigsten präventiven, diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen vermerkt. Der Patient hat uneingeschränktes Recht zur Einsicht in seine Dokumentation.

Weiters hat der Patient Recht auf Datenschutz und vertrauliches Behandeln dieser Unterlagen.

Das sind viele Rechte eines Patienten, es gibt noch mehr davon. Doch sollten wir bei all unseren Rechten ein Recht nicht vergessen – das Recht auf eine menschliche Behandlung!

Soweit die Theorie. In der Praxis hat ein Allgemeinmediziner ca 7 Minuten Zeit für den Patienten. Mehr wird ihm nicht bezahlt. Eine menschliche Behandlung stellen sich viele Patienten anders vor.