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Wir zahlen Zusatzbeiträge - und keiner hat's gewusst?

Der Gesundheitsfonds deckt nach den Bestimmungen seiner Erfinder nur 95% der gesamten Ausgaben der Krankenkassen. Damit könnte auch dem letzen klar werden, dass die Politiker von Anfang an gewusst haben und von Anfang an geplant hatten, dass Krankenkassen Zusatzbeiträge einfordern.

Hört man jedoch heute den selben Politker in den Medien zu, die uns den Gesundheitsfonds eingebrockt  haben, geben die sich doch völlig entrüstet, weil die ersten Krankenkassen nun doch tatsächlich die im Gesetz vorgesehenen Zusatzbeiträge einfordern. Nun, Gedächtnisverlust sind wir bei den Politiker ja in der Zwischenzeit gewohnt - obwohl es in diesem Falle doch schon bizzar anmutet.

Das grundsätzliche Problem im Gesundheitswesen kann man mit einigen wenigen Sätzen zusammenfassen

  1. gesetzlich krankenversicherte bekommen nie zu sehen, welche Gebühren für einen Arzt- oder Krankenhausbesuch abgerechnet werden
  2. Die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung steigen ständig
  3. Die Hälfte der Krankenversicherungsbeiträge werden vom Arbeitgeber gezahlt
  4. Der Staat zahlt jährlich Milliarden aus dem Steuertopf in das Gesundheitswesen
  5. Was an Leistungen bezahlt wird, richtet sich nicht nach den medizinischen Erfordernissen, sondern nach dem Kassenstand der Krankenkassen.

Anscheinend verkraften wir die Wahrheit so schlecht, dass sich alle politischen Verantwortungsträger mit aller Anstrengung nur einem Thema widmen: Wie kann man den Bürger die Illusion verkaufen, dass die nächste Gesundheitsreform eine Verbesserung bringt. Diese Anstrengung nimmt anscheinend die gesamte geistige Kapazität der Politiker in Anspruch, dass für die Ausarbeitung einer wirklich intelligenten Problemlösung keine grauen Zellen mehr zur Verfügung stehen.

Wahrscheinlich wird es am ehesten besse, wenn es noch schlimmer kommt - wenn das System soweit kolabiert, dass es auch für den letzen offensichtlich wird, dass wir hinter's Licht geführt werden und dass es nicht ohne eine gehörige Portion Eigenverantwortung geht.

Wenn man eine Praxisgebühr braucht um dafür zu sorgen, dass die Leute weniger um Arzt gehen - sind  nicht die Leute krank sondern das ganze System.

Egal, ob Gesundheitsprämie oder Einheitsversicherung - wir müssen (wahrscheinlich bitter) erkennen - eine Sozialversichrung kann nur soziale Not verhindern - sie kann nicht für eine optimale Gesundheitsvorsorge grade stehen.

Denken Sie einmal einen Moment nach:

Ein Pharmaziekonzern entwickelt Medikamente - die helfen gegen Krankheiten - manchmal sehr gut - manchmal auch eher schlecht. Und nun zur wichtigsten Frage: Wie kann ich am meisten dieser Medikamente verkaufen? (Denn ein Konzern muß Gewinne erwirtschaften)  Wie lautet die richtige Antwort? Möglichst viele Kranke. Falsch. Noch erfolgreicher ist:  Möglichst viele Menschen dazu bringen, dass sie eine Krankheit haben, von der man vor Jahren noch nichts wusste, und die glücklicherherweise gerade zu dem Zeitpunkt entdeckt wurde, als der Pharmakonzern die Zulassung für sein neues Präperat bekommen hat.

Ein Schelm wer böses dabei denkt. Oder vielleicht schon die traurige Realität?