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Wir leben immer länger - und das wird teuer

Seit 1. Januar 1995 gibt es in Deutschland die gesetzliche Pflegeversicherung mit gleichzeitiger Beitragspflicht. Vorher wurden Pflegekosten als normale Krankenkassenleistung bezahlt oder aus eigenen Mitteln bestritten, oft wurde auch Sozialhilfe in Anspruch genommen. Mit der Einrichtung der gesetzlichen Pflegeversicherung wurde daraus ein eigner Verischerungszweig. Allerdings mit den gleichen Problemen behaftet, mit der schon die Krankenversicherung zu kämpfen hat. In Zukunft wird die Pflegeversicherung noch ein rießen Problem werden, davon sind Experten wie Professor Raffelhüschen überzeugt.

Wir müssen für alle Fälle in der Zukunft abgesichert sein. Das betrifft auch eine eventuelle Pflegebedürftigkeit. Denn – was tun, wenn es soweit ist? Bekommt man Hilfe?

Diese Frage kann grundsätzlich mit ja beantwortet werden. Anfang 1995 wurde die gesetzliche Pflegeversicherung eingeführt und somit die Möglichkeit, im Bedarfsfall diese als gesetzlich Versicherter in Anspruch zu nehmen. Das bedeutet, dass die notwendige Versorgung des Pflegebedürftigen gewährleistet ist.

Dazu gehört die Möglichkeit der häuslichen Pflege und auch die ständige Versorgung in einem Pflegeheim. Wenn der Pflegebedürftige zuhause betreut werden kann, erhält er einen Teil der Kosten erstattet. Sollte häusliche Pflege nicht möglich sein, wird der Versicherte in einem Pflegeheim auf Dauer stationär untergebracht.

Doch hier gibt es ein Manko: die Leistung wird nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit berechnet. Es gibt drei Pflegestufen, die vom medizinischen Dienst nach Begutachtung des Pflegebedürftigen erstellt werden. Es kann also zu Unterdeckungen kommen, denn oft reichen die finanziellen Mittel der Kassen nicht aus.  

Es ist empfehlenswert diese Lücke, die sonst mit Eigenmitteln abgedeckt werden muss, durch eine private Zusatzversicherung abzudecken.

Wie viel kostet die Pflege?

Richtig gute Pflege von geschultem Fachpersonal ist richtig teuer. Die gesetzliche Pflegeversicherung kommt nur für die Grundabsicherung auf. Alle weiteren Kosten müssen aus eigener Tasche bezahlt werden, was zu einem echten finanziellen Desaster werden kann.

Ein Beispiel: Die Pflegeversicherung erstattet bei Pflegestufe III, das ist die höchste Pflegestufe, bis zu € 1.470,00 im Monat. Ein Platz in einem Pflegeheim kostet aber mindestens 2-3.000,00 €. Sol der Pflegebedürftige in einer etwas besseren Einrichtung untergebracht werden, sind leicht 5000 € und mehr fällig.

In der Regel ist die Pflege zuhause günstiger, allerdings sind die Leistungen der Pflegeversicherung auch kleiner. So werden Angehörige gefordert, denn bevor das Sozialamt hilft, stehen die Ehepartner oder Kinder in der Pflicht.

Heute:

Derzeit werden rund 1,2 Mio. Menschen zuhause betreut. Rund 600.000 Pflegebedürftige werden stationär versorgt. Wenn man nun bedenkt, dass ein Pflegebedürftiger in der Pflegestufe III zuhause maximale Unterstützung von € 665,00 erhält und nur in besonderen Härtefällen mehr Leistung bekommt, kann man sich ganz leicht ausrechnen, dass die anfallenden Kosten kaum mehr von der gesetzlichen Pflegeversicherung gedeckt werden können. Durchschnittliche Kalkulationen gehen von einem monatlichen Aufwand von rund € 3.300,00 aus!

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine Einrichtung in unserem Gesundheitssystem, die nicht mehr wegzudenken ist. Allerdings steigen die Kosten für die Pflegekassen, die Renten aber stagnieren. So wird in Zukunft der Bedarf nach einer zusätzlichen, finanziellen Absicherung für alle Versicherten weiter steigen. Verschärfen wird sich dieser Trend durch die demografische Entwicklung. Die Lebenserwartung steigt, gleichzeitig werden zu wenig Kinder geboren, so dass spätestens 2040 genausoviele Rentner leben wie Beitragszahler.