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Geschieht das was Sie wollen - wenn Sie nicht mehr können?

Medizinisch ist es heute oftmals möglich, ein Leben bei schwerer Krankheit oder einem Unfall zu verlängern. Möchte ein Mensch aber sicher gehen, dass er nie in eine Situation gerät, wo er nur noch willenlos an medizinischen Geräten angeschlossen ist, so kann er mit einer Patientenanwaltschaft, bzw. Patientenverfügung, vorsorgen.

Es kann jedem Menschen, egal welchen Alters, passieren, durch eine schwere Krankheit oder einen tragischen Unfall in eine Situation zu kommen, wo keine Aussicht auf Besserung des Gesundheitszustandes besteht. Schwerste körperliche oder geistige Dauerschädigung macht es aber dem Patienten unmöglich, über sein Weiterleben selbst zu entscheiden. So werden wahre  Höchstleistungen in der Intensivmedizin vorgenommen, um das Leben zu erhalten.

Denn – Ärzte sind zur Erhaltung des Lebens verpflichtet. Wenn nun der traurige Fall eintritt, dass der Patient selbst keine Entscheidung mehr treffen kann ob er weiterleben oder in Würde sterben möchte, muss der Arzt darüber entscheiden. Denn die Angehörigen können das zumeist nur über ein Familiengericht entscheiden lassen. Überhaupt ist es schwer, sich von einem lieben Menschen auf diese Weise trennen zu müssen.

Will man diesem Szenario vorgreifen und selbst über das Weiterleben entscheiden, kann das mit einer Patientenanwaltschaft und einer Patientenverfügung vorab geregelt werden.

Eine Patientenverfügung ist ein schriftliches Dokument, indem der Verfasser seine Wünsche bezüglich der Behandlungsziele in todesnahen Situationen bekannt gibt. Diese ist nach aktueller Rechtssprechung allerdings nur dann gültig, wenn der Betreffende sich mit dem Thema seines Lebensendes detailliert und ernsthaft auseinandersetzt. Dazu gehört außerdem die Vorsorgevollmacht für einen sogenannten Patientenanwalt (Patientenanwaltschaft), meist eine Vertrauensperson,  der den Patienten auch in Fragen wie Unterbringung oder Lebensgefährdung, vertreten muss.

Leider sind diese Dokumente sehr oft unzureichend ausgefüllt worden und deshalb im Ernstfall oft nicht gültig, bzw. für den behandelnden Arzt nicht bindend. Darum gibt es eigens dafür vorgesehene, fertig vorgedruckte Formulare, die unzureichende Angaben von vornherein ausschließen (Informationen gibt es beispielsweise bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder Pflegeanwälten).

Was muss bei  einer Patientenanwaltschaft, bzw. Patientenverfügung beachtet werden?

  • Das Dokument muss in Schriftform aufgesetzt sein, Datum und Unterschrift enthalten.
  • Um sich tatsächlich gut abzusichern gilt: eine Kombination zwischen Patientenanwaltschaft (Vertrauensperson) und Patientenverfügung (die konkrete Anweisung für den Arzt und die Vollmacht, detaillierte Angaben über die Behandlungswünsche) Am besten ein dafür vorgesehenes Formular zur Patientenanwaltschaft verwenden
  • Eine Bezeugung der Patientenverfügung ist sinnvoll (durch eine siegel-, bzw. stempelführende Einrichtung, Beispiel Behörde)
  • Das im Notfall die Willenserklärung sofort zum Tragen kommt, ist es nützlich, diese immer bei sich zu tragen bzw. einen Hinweis, wo sich das Schriftstück befindet Immer wieder das Dokument aktualisieren (Unterschrift, Datum), alle paar Jahre

Es gilt grundsätzlich und nach dem neuen Betreuungsänderungsgesetz, dass der Betroffene, und nur er, selbst in der Lage ist, sich das Gebot des Lebensschutzes außer Kraft zu setzen zu lassen.

Da jeder Mensch sein Dasein selbst gestalten kann, sollte er auch die Möglichkeit haben, über einen würdevollen Tod, wenn er nur noch intensiv medizinisch versorgt werden kann, selbst zu bestimmen. Es gibt leider Ausnahmesituationen, Unfälle oder sehr schwere Krankheit, wo der Betroffene das nicht mehr selbst entscheiden kann. Mit einer Patientenanwaltschaft und Verfügung kann der Patient den Behandlungsablauf, Leben oder Tod, selbst bestimmen.

Ob das zu befürworten ist, liegt im Ermessen jedes Einzelnen.