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Haben wir bald Verhältnisse wie in Amerika?

Die Vernetzung unter den einzelnen Leistungserbringern wie Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen oder approbierten Haus- und Fachärzten während einer Patientenbehandlung ist eine sogenannte IGV – Intrigierte Versorgung. Dafür werden Verträge zwischen den Krankenkassen und deren Verbänden mit bestimmten Ärzten und Einrichtungen geschlossen.

Eine integrierte Versorgung (IGV) sorgt also für reibungsloseren Ablauf während einer Patientenbehandlung. Das heißt beispielsweise – der Hausarzt oder das Krankenhaus kann den Behandlungsablauf fachübergreifend koordinieren, damit fallen unnötige Absprachen weg. Die Behandlungsqualität wird effizienter, kürzer und angenehmer. 

Ein Beispiel zur Veranschaulichung:

Der Patient muss eine Bandscheiben OP vornehmen lassen. Es ist dann sinnvoll, wenn es eine optimale Abstimmung zwischen Chirurg, Rehabilitationsmaßnahmen und eventuellen Massagen oder Bewegungsgymnastik gibt. Die Therapie verbessert sich, mögliche Doppeluntersuchungen  werden vermieden und längere Wartezeiten bei Fachärzten bleiben den Patienten erspart. Denn: das Zusammenarbeiten und der Informationsaustausch unter den Beteiligten und ein klares Therapieziel für den Patienten sind effizienter und dadurch auch sparsamer.

Wer profitiert von einer IGV?

Prinzipiell kann jeder Patient sich auf freiwilliger Basis für eine IGV entscheiden. Es gibt dafür verschiedene Modelle bei den Krankenkassen. Der Versicherte sucht sich das für ihn Optimale aus und schreibt sich anschließend bei einem teilnehmenden Arzt ein.

Gewählt kann eine integrierte Versorgung zum Beispiel bei folgenden Leistungen werden:

  • Akuten und chronischen Rückenschmerzen
  • Hüftgelenksendoprothesen
  • Atemwegserkrankungen (Beispiel Asthma)
  • Kardiologische Leistungen (Herzgefäßerkrankungen)

Es gibt von Krankenkasse zu Krankenkasse Unterschiede im Spektrum der angebotenen Leistungen, daher ist vorab eine umfangreiche Information bei der Kasse ratsam. Auch haben die einzelnen Bundesländer verschiedene Verträge.

Die besonderen Leistungen einer IGV

  • Medizinische und therapeutische Leistungen werden optimal aufeinander abgestimmt
  • Die Behandlung ist lückenlos und hoch qualitativ
  • Die Behandlungsdauer verkürzt sich durch die sehr enge Zusammenarbeit von Ärzten, Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen

Die Leistungserbringer sind in der IGV Partner, sie stimmen ihre Leistungen auf ein gemeinsames Ziel ab. Die Qualität wird dadurch für den Patienten gesteigert, allerdings steigern sich die Kosten nicht. Im Gegenteil – die effizientere Zusammenarbeit ermöglicht es, die Qualität bei gleichen Kosten zu halten oder gar zu erhöhen. Oder gleiche Qualität zu niedrigeren Kosten zu ermöglichen. Der Patient kann nur profitieren.

Und letzteres dürfte oberstes Ziel der Kassen sein, so dass für viele Kritiker fragwürdig bleibt, ob die möglichen Verbesserungen in der Behandlungsqualität tatsächlich für den einzelnen Patienten spürbar sein werden. Kritisiert wird in diesem Zusammenhang auch, dass der Patient noch weniger Selbstbestimmungsmöglichkeiten behält.

Bei der integrierten Versorgung (IGV) hat der behandelnde Arzt (Hausarzt oder Facharzt) eine besondere Rolle. Er gilt als Informant und Berater bezüglich der Angebote der IGV für den Patienten. Mit dem Arzt gemeinsam entscheidet sich der Patient für oder gegen eine IGV. Da es dem Patienten eigentlich nur Vorteile bringt, und keine Kosten, werden sich die meisten dafür entscheiden.

Ob sich die Versprechungen nicht nur für die Krankenkassen sondern auch für die Patienten erfüllen werden, wird die Zukunft zeigen.

Noch ein Beispiel im Leistungsspektrum:

Es gibt bereits Verträge einer Krankenkasse in der hausarztzentrierten Versorgung für die Behandlung von Essstörungen, akutem Hörsturz oder Augenoperationen. Auch wurden bereits Verträge in der Orthopädie (Knie, Hüfte, Wirbelsäule) und der Gefäßchirurgie ausgehandelt.

Das Angebot wird sicher noch größer werden, da der Druck auf die Krankenkassen Ausgaben einzusparen noch immens zunehmen wird.

Die integrierte Versorgung, kurz IGV, ist ein positiver Effekt einer effizienten Zusammenarbeit und Vernetzung der verschiedenen Leistungserbringer. Glaubt man den Aussgen der Krankenkassen, so habe der Patient nur Vorteile. Informationen dazu haben alle Krankenkassen und Ärzte!

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