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Mitglieder boykottieren die Zusatzbeiträge durch Kassenflucht
Wenn die immer bestens informierte Bildzeitung recht hat, dann ist das Märchen der Krankenkassen, dass die Mitglieder die Zusatzbeiträge akzeptieren werden.
Schon knapp 200 000 sollen ihre Krankenversicherung gewechselt haben.
Allein die Deutschen BKK soll rund 60 000 Mitglieder verloren haben - das sind rund 86 000 Versicherte weniger, da viele Versicherte den Ehepartner und Kinder mitversichert haben.
Betroffen sind vor allem die gesetzlichen Krankenkassen, die zum normalen Mitgliedsbeitrag noch einen zusätzlichen Betrag von mindestens acht Euro monatlich erheben. Manche Krankenkassen verlangen aber auch bis zu 37,50 € monatlich - das sind dann die gesetzlich zugelassenen 1 % des beitragspflichtigen Einkommens.
Auch die DAK soll von den Kündigungen hart betroffen sein. In Kassenkreisen heißt es, allein dort seien rund 40 000 Kündigungen von Versicherten eingegangen.
Ein Gesundheitsökonom zu BILD.de: „Der alte Glaube, ein Deutscher bleibe sein Leben lang in seiner Krankenkasse, hat sich durch die Erhebung der Zusatzbeiträge in Luft aufgelöst!“
Krankenkassen die es sich (noch) leisten können, auf Zusatzbeiträge zu verzichten profitieren von der Kassenflucht in besonderem Maße.
Eine der Gewinnerkrankenkassen mit bislang ca. 100.000 Mitgliedern hat in den letzten Wochen einen Zulauf von fast 44.000 neuen Mitgliedern Heißt im Klartext: Ein Plus von knapp 44 Prozent, in den letzten zwei Wochen kamen täglich rund 2500 neue Mitglieder dazu. Auch online wird die BKK FTE mit Anfragen bestürmt.
Die Barmer GEK hat seit dem ersten Januar 2010 etwa 9000 Versicherte dazu gewonnen, wie sie auf Anfrage bestätigte. Und nun kommts: Es gilt als gesichert, dass spätestens zum 1. Juli auch dort ein Zusatzbeitrag erhoben wird.
Durch das Sonderkündigungsrecht ist es für die Krankenkassenmitgliedern leicht die Kasse zu wechseln - wenn ihre Krankenkasse mitgeteilt hat, dass sie Zusatzbeiträge erheben will.
Bisher haben laut Bundesversicherungsamt 13 Kassen Anträge auf Erhebung der zusätzlichen Gebühr gestellt, elf davon sind bereits bewilligt. Experten sind sich nahezu einig: Spätestens 2011 werden nur noch ganz wenige Krankenkassen auf Zusatzbeiträge verzichten können.
Es gibt drei Krankenkassen die ihren Mitgliedern sogar Beitragsrückerstattungen auf ihr Konto überweisen. Diese drei Krankenkassen dürften wohl am ehesten den Zusatzbeiträgen widerstehen können. Die HKK ist davon eine der Krankenkassen, die bundesweit allen Mitgliedern offen steht.
