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Der MDK - trifft er auch falsche Entscheidungen?

Der medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist ein Beratungsdienst der Kranken- und Pflegekassen. Vor allem erstellt er Gutachten zur Einstufung der Pflegebedürftigen und beurteilt die Arbeitsunfähigkeit. Außerdem kontrolliert der MDK die Pflegeeinrichtungen.

Der MDK entscheidet über Pflegeeinstufungen, Arbeitsunfähigkeit und kontrolliert die Pflegeeinrichtungen der Krankenversicherung. Alles geschieht nach genauen Vorgaben und speziell ausgearbeiteten Formularen. Bleibt bei diesem „Punktesystem“ nicht oftmals der Patient auf der Strecke?

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist der medizinische, zahnmedizinische und pflegerische Beratungsdienst der Kranken- und Pflegeversicherung. Er berät die gesetzliche Krankenversicherung in allen allgemeinen medizinischen Fragen in Zusammenarbeit mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss.

Es gibt deutschlandweit 15 MDKs die als Arbeitsgemeinschaften tätig sind. Der medizinische Dienst der Krankenversicherung unterliegt der staatlichen Aufsicht.
Allerdings handeln die Ärzte des MDK rein nach ihrem ärztlichen Gewissen und sind nur weisungsgebunden.
So ist der MDK ein Beratungsorgan für die Kranken und Pflegekassen und bringt den  medizinischen Sachverstand ins System ein. Gleichzeitig handelt der MDK nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz, was soviel bedeutet, das alle Versicherten bei bestimmten Leistungsfällen medizinisch neutral und gleichwertig beurteilt werden müssen.

Die Aufgaben des MDK
Grundsätzlich hat der MDK die Aufgabe, Fragen der Kranken- und Pflegekassen bezüglich Leistungsentscheidungen sozialmedizinisch zu beantworten. Umgekehrt sind die Kassen verpflichtet, bei wichtigen Leistungsentscheidungen den MDK zur Begutachtung hinzuzuziehen. 

Der MDK überprüft Pflegeeinrichtungen.
Das ist ein heikles Thema, denn der MDK führt Qualitätsprüfungen von Pflegeeinrichtungen durch. Dabei wird überprüft, ob das Krankenhaus oder Pflegeheim auch den vereinbarten Qualitätsstandard einhält.
Nach einer Neuerung der Qualitätsprüflinien gibt sich der MDK nicht mehr mit der schlichten Arbeitsüberprüfung zufrieden (die oft, speziell bei Altenpflegeheimen negativ ausfällt). Er kann jetzt auch Einsicht in die Patientenunterlagen nehmen, ohne vorherige Genehmigung der Patienten. Mit diesen stichprobenartigen Einsichtnahmen kann der MDK feststellen, ob der Patient tatsächlich stationär aufgenommen hat werden müssen und ob die Behandlung auch notwendig gewesen ist.
Zu den weiteren Aufgaben des MDK zählen die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit von Versicherten oder die Einstufung der Pflegebedürftigen.
So entscheidet der MDK ob ein Versicherter noch arbeitsunfähig ist oder nicht (ohne den Patienten selbst gesehen zu haben).
Um das Ganze ein wenig zu verschönern, hilft der MDK auch bei der Entscheidung ob der Patient in die Reha soll oder auch bei Rentenanträgen. Prinzipiell geht es darum, die Kosten der Krankenkassen einzuschränken, beispielsweise dadurch, den Versicherten in die Rente zu schicken und damit die weitere Bezahlung an die Rentenversicherung zu leiten.

Die Pflegeeinstufung
Das Pflegegutachten wird vom MDK erstellt, meist bei einem Hausbesuch direkt vor Ort. Dazu dient ein Formular-Gutachten, welches minutiös die Pflegezeit berechnet.
Allerdings gibt es hier von Seiten der Mitarbeiter der Alten- und Gesundheitshilfe Einiges zu kritisieren. Nicht nur die Zeiten (jede einzelne Tätigkeit wird genau nach Zeitbedarf berechnet) stehen im Mittelpunkt der Kritik, vor allem die Formulierungen sind nicht passend, ja eigentlich diskriminierend.

Krasses Beispiel: es wird nicht von Kontinenzeinlagen gesprochen sondern von Windeln, was in Anbetracht, dass es sich um Erwachsenen handelt, einfach menschenunwürdig ist.
Hier passieren tatsächlich Fehler in der Einteilung der Pflegestufen, denn wenn die Angehörigen Pflegepersonen kein Tagebuch führen, werden die Gutachten falsch beurteilt und der Pflegebedürftige erhält ein kleines Taschengeld, was hinten und vorne nicht ausreicht.

Die Finanzierung des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung, MDK
Finanziert wird der MDK ausschließlich von den Kranken- und Pflegeversicherungen zu je 50% über ein Umlage. Der Betrag richtet sich nach der Anzahl der Kassenmitglieder, für die der jeweilige MDK verantwortlich ist.

Der medizinische Dienst der Krankenversicherung, MDK, ist ein Gutachter und Entscheidungsträger bei Fragen zu Pflegebedürftigkeit oder Arbeitsunfähigkeit. Ob er die medizinischen Fragen immer neutral beantworten kann, sei dahingestellt. Menschen sind Individuen und sollten vielleicht auch individueller behandelt werden, auch wenn es um Fragen der Finanzierung der medizinischen Leistungen geht.