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Wer bestimmt über die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung?

Oberstes Prinzip der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist es, die Gesundheit der Menschen (ihrer Mitglieder) zu erhalten, wiederherzustellen oder zu verbessern. An die 90 % aller Bundesdeutschen sind in der GKV versichert und können sich auf das Gesundheitssystem verlassen. Die acht Spitzenverbände (Zusammenschluss einzelner Krankenkassen auf Bundesebene) der GKV arbeiten eng zusammen und bestimmen den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. In diesem Riesengefüge bleibt aber der Versicherte nicht unbeachtet – es gibt die unabhängige Verbraucher- und Patientenberatung (§ 65 b SGB V). Allerdings hat Der Versicherte nur einen Anspruch auf eine ausrecihende Versorgung, die dazu noch wirtschaftlich sein muß.

Die gesetzlichen Krankenkassen

Die Träger der GKV sind die gesetzlichen Krankenkassen. Diese sind rechtsfähige Körperschaften öffentlichen Rechts, die sich selbst verwalten. Vertreter der Versicherten und der Arbeitgeber leiten ehrenamtlich die Krankenkassen. Diese wiederum werden alle 6 Jahre im Rahmen von Sozialwahlen neu gewählt.

In jeder Krankenkasse besteht der Verwaltungsrat aus den gewählten Vertretern. Alle grundsätzlichen Entscheidungen, wie die Höhe des Beitragssatzes, werden vom Verwaltungsrat getroffen. 

Derzeit bestehen sieben Kassenarten und rund 218 Krankenkassen, die teils bundesweit, teils regional organisiert sind. Dazu gehören unter anderen 7 Angestellten-Krankenkassen (vorwiegend bundesweit), 2 Arbeiter-Ersatzkassen (bundesweit), 15 AOKn (regional) oder 9 landwirtschaftliche Krankenkassen (regional). Die einzelnen Krankenkassen sind weiters zu Verbänden auf Landes- oder Bundesebene zusammengeschlossen.

Kurz gesagt gibt es 8 Spitzenverbände die folgende Aufgaben haben:

  • Vertretung der gemeinsamen Interessen in der Politik
  • Abschlüsse und Verhandlungen von Verträgen mit den Leistungsbringern
  • Betreuung und Beratung der Mitgliedskassen
  • Vertretung der Ziele in der Öffentlichkeit

Die Spitzenverbände arbeiten eng zusammen, es gibt hierfür die Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände. Eine der wichtigsten Aufgeben in dieser Selbstverwaltung ist das Weiterentwickeln des Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenversicherung.

Das alles klingt kompliziert und undurchschaubar. Fakt ist, dass nicht eine Einzelperson über verschiedene Leistungen entscheiden kann, sondern eine gemeinschaftliche Entscheidung von mehreren Fachleuten getragen wird.

Die Spitzenverbände fördern aber auch das persönliche Recht der Versicherten auf Verbraucher- und Patientenberatung nach § 65 b SGB V (noch ein Modellvorhaben).

Wichtigster Punkt: Patienten sollten nicht bevormundet, sondern aktiv in die gesundheitsrelevanten Entscheidungen einbezogen werden. Die Patientenberatung gab es schon 1970, heute soll das eher eingeschlafene System zur Demokratisierung des Gesundheitswesens wieder forciert werden. Denn – gut informierte und beratene Patienten arbeiten mit ihren Ärzten besser zusammen. Sie leben gesünder, da sie um die Auswirkungen eines ungesunden Lebenswandels wissen und nehmen auch die Medikamente regelmäßiger ein. Durch das richtige Maß an Information und Aufklärung werden die Patienten befähigt, eigenverantwortlich an Behandlungsentscheidungen mitzuwirken.

In der gesetzlichen Krankenversicherung wird den Versicherten ausreichende medizinische Versorgung ermöglicht. 90 % der bundesdeutschen Bevölkerung sind in der GKV versichert und haben damit Schutz im Krankheitsfall. Über die Leistungen in den Kassen entscheidet im Rahmen der Sozialgesetze der Verwaltungsrat aus gewählten Vertretern. Der Patient und Versicherte kann über die Patientenberatung künftig auch verstärkt mitreden. Das ist gut so, geht es denn schlussendlich um die Bedürfnisse des Menschen.

Der gemeinsame Bundesausschuss entscheidet, welche Leistungen Krankenkassen übernehmen müssen bzw. auch freiwillig übernehmen können.