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Jetzt kosten alle gleich! Wirklich?
Eines der umstrittensten Themen in unserer Regierung ist wohl die Gesundheitsreform. Gesundheitsfonds und gleicher Beitragssatz sollen, nach dem Wunsch der regierung, für Einheit und faire Bedingungen gegenüber den Kassen und schlussendlich den Versicherten sorgen. Doch es ist vorherzusehen: Einige Krankenkassen werden Zusatzbeiträge erheben um finanziell über die Runden zu kommen. Bis zu 36 Euro monatlich sind möglich.
Es ist beschlossen, der neue Gesundheitsfonds startet im Januar 2009. Es gelten ab dann für alle Mitglieder der Krankenkassen einheitliche Beitragssätze (erst vor Kurzem von der Regierung mit 15,5 % festgelegt). Soweit so gut, durch die einheitliche Aufteilung der Gelder aus dem Fonds an die Krankenkassen soll eine verbesserte Organisation der medizinischen Vorsorge ermöglicht werden. Davon profitiert, so der fromme Wunsch, der Versicherte, egal welcher Kasse er angehört.
Doch Unkenrufe werden laut – kann der Einheitssatz tatsächlich auf Dauer von den Kassen getragen werden? Bereits jetzt murren die Kassen, denn besonders bei den Kassen, die bereits jetzt über 15,5 Prozent Beitragssatz ihren Mitgliedern in Rechnung stellen, bezweifeln, mit dem Geld auszukommen. Auch vor dem Festlegen dieses Einheitssatzes war das Klagen und Schimpfen der Kassen groß. Sie forderten mehr Spielraum, wie Beiträgssätze in Höhe von 15,8% oder sogar bis zu 20 %. Werden wir nun zu leiden haben, wenn das Geld der Krankenkassen ausgeht?
Ein Zusammenschluss aus Politikern, Krankenkassen, Gewerkschaften und Wissenschaftlern warnen vor ungeahnten Konsequenzen. Nicht nur wegen der derzeitigen Finanzkrise, auch eine schlechte Prognose für die zu erwartende Konjunktur im nächsten Jahr, weisen auf mögliche finanzielle Schwierigkeiten im Gesundheitssystem hin.
Das hat wiederum Auswirkungen auf die Versicherten. Es drohen Zusatzbeiträge. Doch das Bundesversicherungsamt (BVA) dementiert. Demnach werden die Kassen erst versuchen zu sparen und wenn es nicht anderes geht, wenn, dann erst nach ein paar Jahren, einen Zusatzbeitrag erheben. Denn ein Zusatzbeitrag sei unverantwortlich und eine Hemmschwelle für die Kassen, so das BMV.
Allerdings ist alles im Unklaren – denn einerseits wird von fixen Zusatzbeiträgen gesprochen, andererseits bestehe kein Grund für eine zusätzliche Forderung. Das Thema wurde schon vielfach diskutiert, alle Thesen sind rein spekulativ.
Sicher ist hingegen: viele Versicherte können mit Mehrkosten rechnen. Warum?
Die Krankenkassen, speziell die größeren, werden mit dem Beitragssatz von 15,5 % nicht auskommen. Schon jetzt ist bekannt, dass mehrere Kassen einen Zusatzbeitrag erheben werden müssen. Wie hoch dieser sein wird, ist aber ganz verschieden. Grundsätzlich gilt jedoch, dass er zwischen 8 Euro und 36 Euro liegen wird (das sind im Ernstfall bis zu 1 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze BBG). Das erfährt der Versicherte jedoch erst, wenn es soweit ist. Also ein Kassenwechsel ist noch nicht sinnvoll. Abwarten heißt die Devise, und Tee trinken. Soll in der kalten Jahreszeit sehr beruhigend wirken, egal was 2009 im Gesundheitssektor passiert.
Allerdings argumentiert das Gesundheitsministerium dagegen: denn, es gäbe mehr Geld für die Krankenkassen für die Versorgung der versicherten Patienten, also bestünde überhaupt kein Bedarf an Zusatzbeiträgen.
Es gibt auch noch andere Möglichkeiten als einen (umstrittenen) Zusatzbeitrag um einer „Unterdeckung“ der Kassen gegenüber zu treten. Ein wichtiger Punkt sei es, denn Hersteller-Rabatt von Pharma Konzernen auf 16 % zu erhöhen, denn das könnte zu großen Einsparungen führen. Weiteres sollten Mehrausgaben für stationäre Behandlungen nicht zu hoch ansteigen und ein kostendeckender Krankenversicherungsbeitrag für Arbeitslose wäre wichtig (Vorschläge des AOK-Bundesverbandes).
Viel wird diskutiert, die Politik ist uneinig, die Kassen unzufrieden. Aber er kommt: der Gesundheitsfonds mit dem einheitlichen Beitragssatz.
Der Jahreswechsel bringt eine Neuerung in unserem Gesundheitssystem – den Gesundheitsfonds. Alle zahlen ab dann den gleichen Beitragssatz, egal bei welcher gesetzlichen Krankenkasse man versichert ist. Manko: es kann zu Zusatzbeiträgen bei einigen Kassen kommen, bei welchen ist noch unklar. Deshalb, auch wenn viel diskutiert, geworben und auch geschimpft wird, am Besten ist es, abzuwarten, wie sich das neue System entwickelt.
