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Kasse wechsle dich

Privat Versicherte sollen ab 1.1.2009, nach dem Willen der Politiker, leichter von einer Kasse zur anderen wechseln können. Was eigentlich gut gedacht war, erweist sich in der Praxis gerade für langjährig Versicherte als poblematisch. Schon vor dem 1.1.09 privat krankenversicherte verlieren auf jeden Fall einen Teil ihrer Altersrückstelllungen.

Warum wollen privat Versicherte die Gesellschaft wechseln?

  1. Unzufrieden mit dem Service
  2. Unzufrieden mit der Leistung
  3. Hohe Beitragssteigerungen in der Vergangenheit
  4. Es liegt ein billigeres Angebot mit vermeintlich besseren Leistungen einer anderen Gesellschaft vor
  5. Die Gesellschaft hat zu wenig Versicherte
  6. Tarif wurde für den Neuzugang geschlossen und überaltert deshalb
  7. Falsche Tarifwahl
  8. Gesellschaft hat „schlechte Bilanzkennzahlen“

Die Punkte 5-8 sind für den Kunden ohne einen Expertenrat einzuholen nicht erkennbar.

Was wünschen sich privat Krankenversicherte von ihrer Krankenkasse?

  1. Niedrige Beiträge
  2. Hohe Leistung
  3. Zukünftig stabile Beiträge

Die Quadratur der Triade

Schnell leuchtet einem ein, dass immer nur 2 von 3 Wünschen optimal erfüllt werden können. Andernfalls läuft es immer auf eine Abwägung der drei Wünsche hinaus.

Niedrige Beiträge:

Wer den größten Wert auf einen niedrigen Beitrag bei seiner Krankenversicherung legt, kann unmöglich „alles“ bezahlt bekommen. Er muss sich mit einer Selbstbeteiligung abfinden, die eine deutliche Minderung der Inanspruchnahme zur Folge hat. Kalkuliert der Krankenversicherer die Prämie zu knapp entsteht schon nach wenigen Jahren ein hoher Anpassungsdruck .- die zu zahlende Prämie steigt deutlich schneller als bei Wettbewerbern an.

Hohe Leistung:

Jahrelang galt als durchschlagendes Argument für eine private Krankenkasse, die deutlich großzügigere Zahlungsbereitschaft für in Anspruch genommen Leistung. Doch führt der medizinische Fortschritt und die damit einhergehende längere Lebenserwartung zu einem wesentlich größeren Finanzbedarf. Das muss der Krankenversicherer in seiner Prämienkalkulation berücksichtigen. Entweder muss der Kunde bereit sein schon von Anfang an einen höheren Beitrag zu leisten, andernfalls wird er sich nach einigen Jahren mit einem deutlich gestiegenen Monatsbeitrag konfrontiert sehen.

Stabile Beiträge:

Die privaten Krankenversicherer kalkulieren ihre Tarife so, dass bei gleichbleibendem medizinischen Leistungsstand und gleichbleibendem Preisniveau, auch der zu zahlende Beitrag konstant bleiben müsste.
Da der Versicherer keine Preissteigerung in seine Tarife einpreisen darf, besteht zumindest ein Anpassungsbedarf in Höhe der Inflationsrate.
Doch auch der medizinischer Fortschritt macht nicht halt – er wird eher durch privat Versicherte vorangetrieben. Die Leistungen der privaten Krankenversicherung sind vertraglich garantiert und können nicht per Gesetz oder Verwaltungsbeschluss wie bei den gesetzlichen Krankenkassen gesenkt werden. Auch ist in der Rechtsprechung gefestigt, dass für eine Leistungsverpflichtung alleine die medizinische Notwendigkeit ausreicht. Bei den gesetzlichen Krankenkassen gilt dagegen das Wirtschaftlichkeitsgebot.

Will der Versicherer stabile Beiträge erreichen, muss er schon von Anfang an deutlich höhere Beiträge verlangen. Ein „Kampftarif“ wie er immer wieder von Versicherungsverkäufern verlangt wird, kann ein solcher Tarif niemals sein. Versäumt er eine ausreichende Prämienhöhe einzufordern, bleibt ihm später nichts anderes übrig, als die Beiträge entsprechend anzupassen, was die Versicherten dann besonders schmerzt.

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Mit diesen oder ähnlichen Worten sehen sich in diesen Tagen viele Versicherte konfrontiert. Manche haben das Glück und werden gleich mehrmals am Tag angerufen und mit solchen Argumenten konfrontiert.

Da fällt es vielen schwer, nicht anzubeißen, denn der Köder ist ja zu verlockend.Doch auf dem Weg zu einer vermeintlich viel besseren Krankenversicherung lauern viele Fallstricke.

Sicher, im Einzelfall kann ein Wechsel durch aus von Vorteil sein. Ihn jedoch zu vollziehen ohne den Rat eines unabhängigen Experten einzuholen, kann einem später mehr als teuer zu stehen kommen.

Checkliste:

Tipps zum Wechsel der privaten Krankenversicherung

  • Testsieger:
    Ranglisten helfen ihnen wenig weiter, denn die einzelnen Tarife sind viel zu unterschiedlich. In manchen Test werden auch Tarife verglichen, die sie in der Praxis gar nicht vermittelt bekommen. Auch möglich: Für besondere Berufsgruppen oder Mitglieder von Verbänden gibt es Sonderkonditionen – diese sind in den Test meistens nicht enthalten.
  • Leistungen:
    Auch private Krankenversicherer sind heute nicht mehr so zahlungsfreudig wie früher. Das zeigt sich in der steigenden Anzahl von Beschwerden beim Ombudsmann der privaten Krankenversicherung (PKV). Auch die Klagen bei Gericht nehmen deutlich zu.
  • Finanzkraft:
    In der Branche wird schon seit längerem gemutmaßt, dass es zu Übernahmen und Zusammenschlüssen kommen wird, da einzelne Gesellschaften eigentlich insolvent werden würden – die Branche dies aber durch Fusionen verhindert, weil sie einen Vertrauensverlust an breiter Front befürchtet. Lassen Sie sich genau erklären wie der anvisierte Versicherer mit ihren Altersrückstellungen wirtschaftet
  • Bilanzkennzahlen:
    Neben der Finanzkraft gibt es weitere Kennzahlen, die erkennen lassen wie wirtschaftlich gesund und damit zukunftsfähig die einzelne Krankenversicherungsgesellschaft dasteht.
  • Eigenen Rücklagen:
    Legen sie sich selbst ein finanzielles Polster zurück mit dem sie die steigenden Beiträge im Alter finanzieren können. Zwar bleibt ihnen im Alter immer noch der Standard- oder Basistarif, der auf den Höchstbetrag der gesetzlichen Krankenversicherung gedeckelt ist, aber dann haben sie auch nur noch eine mit der gesetzlichen Krankenkasse vergleichbaren Leistung. Gerade das ist im hohen Alter nicht erstrebenswert.
  • Vermittler:
    Viele Versicherungsverkäufer sind gebundene Vermittler für eine oder mehrere Gesellschaften. Nach einem Urteil des OLG Celle Az. 8 U 198/07 müssen sie ihnen nicht das beste Angebot unterbreiten. Wenn sie sich selber auf die Suche nach einer neuen Krankenkasse machen, stellen Sie gleichzeitig mehrere Probeanträge. Wenn Sie dabei vergleichbare Leistungen zu Grunde legen lassen, können sie danach die individuellen Angebote vergleichen.
    Wirklich gut beraten sind Sie bei unabhängigen Versicherungsberatern oder Versicherungsmaklern. Zwar leben letztere auch vom Verkauf im Gegensatz zu Versicherungsvertretern haften sie ihnen gegenüber aber bei einer Fehlberatung. Dazu sind sie auch haftpflichtversichert, da der Gesetzgeber dies vorschreibt.

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